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Admiras
Amateure im Aufwind?
- Dominik
Thalhammer über seine Doppelfunktion als Nachwuchsleiter, Trainer der Admira
Amateure und über böse Gerüchte im Internet
Mit einem 5:1-Sieg gegen den SC Eisenstadt und einem 0-0 auswärts gegen
Oberwart gewannen die Admira Amateure in der vergangenen Woche etwas an
Oberwasser in der Regionalliga Ost. Nach längerer Zeit befindet man sich auf
einem Nicht-Abstiegsplatz und begeisterte die letzten Runden mit enormem
Kampfgeist und einem schönen Spiel. Doch Zeit sich gemütlich zurück zu lehnen
bleibt keine, ist man doch nach wie vor unten mit dabei. Währenddessen hagelt
es aus den anonymen Weiten des Internets Kritik an Amateur-Trainer und
Nachwuchsleiter Dominik Thalhammer.
Sieben Spieltage mussten vergehen, bis sich die Admira Amateure vergangenen
Dienstag wieder über einen Sieg freuen konnten. Dieser fiel mit 5:1 gegen den
SC Eisenstadt auch recht deutlich aus und zeigt was möglich ist, wenn die
Mannschaft in Fahrt kommt und ihr Potential ausschöpft. Das man aber nach einem
Drittel der Saison im unteren Tabellendrittel angesiedelt ist, kommt für
Trainer Dominik Thalhammer nicht weiter überraschend: „Wir haben gewusst das
es ein schweres Jahr wird, spielen wir doch ohne einen einzigen Routinier.
Vielleicht wäre es einfacher wenn einer da wäre der die Jungen lenkt, aber wir
ziehen das jetzt so durch. Das ist ein Lernprozess für die Jungen.“ Den Grund,
warum man nicht in höheren Tabellenregionen angesiedelt ist, kennt er: „Wir
dominieren zwar in den meisten Spielen und sind taktisch überlegen, aber es
gibt noch große Mängel im Zweikampfhalten und mit der Aggressivität. Wir müssen
noch lernen dem Gegner auch ein bisserl weh zu tun. Konditionelle Überlegenheit
reicht in der RLO nicht mehr aus.“
Der Posten des Amateurtrainers ist nur eine Funktion von Thalhammer im
Admira-Nachwuchs. Seit eineinhalb Jahren hat er die Obhut über den gesamten
Nachwuchsbereich und er zieht eine erfreuliche Zwischenbilanz: „Wir konnten
viele Erfolge im Akademiebereich einfahren, haben letztes Jahr den gesamtösterreichischen
BNZ-Bewerb gewonnen. Dazu wurden wir zwei Mal Meister, haben eine große Anzahl
an Nationalspielern hervor gebracht und viele junge Spieler trainieren mit der
Kampfmannschaft mit und kamen auch schon zum Einsatz – was will man eigentlich
mehr?“ Eine berechtigte Frage, doch gerade in diesen Tagen und Wochen bildete
sich im Internet eine Front gegen Thalhammer.
Schön anonym ziehen ehemalige Nachwuchsspieler und angebliche Insider über
seine Person her und stellen ein vernichtendes Urteil aus. Da heißt es unter
anderem: „Thalhammer ist absolut uneinsichtig und nicht teamfähig. Er schart
nur Ja-Sager um sich. Ahnungslosigkeit kann man nicht ewig mit Präpotenz und
Pseudowissen kaschieren.“ (nachzulesen auf www.austriansoccerboard.com) Kritik,
welche den Attackierten ziemlich kalt lässt: „Vieles was da geschrieben wurde
ist einfach schlecht recherchiert, unsachlich und falsch dargestellt. Aber dabei
handelt es sich sowieso nur um einen eingeschränkten Personenkreis. So wohl
Spieler, die wir selektiert haben und nicht mehr beim Verein sind oder
Spielereltern. Das sind rein subjektive Wahrnehmungen und ich finde man sollte
über diesen Dingen stehen.“ Auch Walter Scherzer – Trainer der
U15-Mannschaft - versteht die Attacken gegen den Nachwuchsleiter nicht: „Thalhammer
verfügt über großes Fachwissen und als Trainer hat man sämtliche Freiheiten.
Ich kann so trainieren wie ich glaube das es richtig ist und er selbst greift
nicht einmal korrigierend ein. Ich habe ein Superverhältnis zu ihm.“
Die Erfolge der Ära Thalhammer sprechen für sich: Unter dem Nachwuchsleiter
wurde man in den letzten zwei Jahren U17-BNZ-Meister, U19-BNZ-Meister,
U19-Meister der Wiener Liga und die Amateure schafften den Aufstieg in die RLO.
Was bewundernswert ist: Da die Amateurelf fast ausschließlich aus Spielern
besteht, welche noch immer für die U19 spielberechtigt wären, rückten in
diese viele U17-Spieler nach. „Somit spielen wir eigentlich in allen Jahrgängen
immer mit um ein Jahr jüngeren Spielern als vorgesehen. Trotzdem spielen wir
nach wie vor eine wesentliche Rolle im BNZ-Bewerb.“
Die Südstadt ist also wie eh und je bekannt für ihre fabelhafte
Nachwuchsarbeit, welche schon seit Jahren Anerkennung aus ganz Österreich erhält.
Vor zwei Wochen waren mit Dorner, Thonhofer, Osoinik und Messinger gleich vier
Spieler der Akademie daran beteiligt, dass sich Österreichs U19 für die
EM-Zwischenrunde qualifizieren konnte. Mit Thonhofer, Osoinik, Daniel Wolf und
Dorner stehen auch schon vier ganz junge Talente im Kader der Kampfmannschaft
und können dort zum Teil schon Spielpraxis vorweisen. Fakten, welche die
anonyme Kritik zur Kenntnis nehmen muss und welche man kaum schlecht reden kann.
Nicht nur die Kampfmannschaft, sondern auch die Amateure und der gesamte
Nachwuchsbereich befinden sich somit weiter am richtigen Weg.
© Claus Schlamadinger |