NORDEA ADMIRA AMATEURE - AUSTRIA AM. 2-3

Admiras Amateure ließen sich die Schneid abkaufen

Austrias Amateure drehen 0:2 noch um

In einem von der Austria hart geführten Spiel, führten die Admira Amateure knapp nach der Pause bereits 2:0, ehe sich der Schlendrian einschlich. Austrias Amateure spielten in Folge groß auf, holten den Rückstand auf und erzielten nach vielen, vielen Chancen in der Nachspielzeit den verdienten Siegestreffer.

Mit einem Sieg hatten die Admira Amteure die Möglichkeit, die Vienna nach der vierten Runde von der Tabellenführung zu stoßen. Die Vorzeichen die dafür sprachen: Als einzige Mannschaft kassierte man bislang keinen Treffer, stand in der Abwehr felsenfest. Das Vorzeichen das dagegen sprach: Man traf auf die Austria Amateure, welche sich nach der Auftaktsniederlage gegen die Vienna kontinuierlich gesteigert haben und letzte Woche sogar Meister Parndorf geschlagen haben. Mit dabei bei diesem trefferreichen Amateurderby: Rund 30 stimmgewaltige Fans der Westtribüne der Veilchen, welche so ihren Unmut gegen Sponsor Magna kundtaten und die Kampfmannschaft im Horrstadion Kampfmannschaft sein ließen.

Das Spiel begann und die Admiraner konnten sich sofort eine leichte optische Überlegenheit herausspielen. Den ersten Warnschuss gab Wolf in der 3. Minute ab, der aber leicht abgefälscht im Torout landete. Auf der Gegenseite sauste ein Freistoß von Dos Santos nur knapp über das Tor (10.). Das 1:0 für die Mödlinger ließ aber nicht lange auf sich warten und dabei dürfte Austrias Schlussmann Kuru ein bisschen zu intensiv das Spiel von Österreich gegen Deutschland studiert haben. Als Vishaj alleine auf ihn zulief, wäre er locker früher an den Ball gekommen. Im Stile eines Thomas Mandl fuhr er aber am Ball vorbei, Vishaj richtete sich den Ball noch her und gegen dessen Kopfball konnte ein zurück geeilter Austria-Verteidiger nichts mehr unternehmen. In Folge hatten die Austrianer zehn extreme starke Minuten und der Ausgleich lag in der Luft. So köpfelte Kesinovic nach Freistoß von Letocha völlig unbedrängt weit am Tor vorbei (14.) und hätte Torhüter Krenn beinahe Vujanovic den Ball einschussgerecht serviert (15.). Die größte Chance auf das 1:1: Ein Freistoß von Letocha, von der Outlinie getreten, hätte beinahe den Weg ins Tor gefunden.

Dies war in Hälfte eins aber nur ein Strohfeuer der Gäste, danach dominierten wieder die Admiraner. Chancen ergaben sich vor der Pause keine mehr, was mitunter auch an der sehr harten Spielweise der Austrianer lag. Die Admiraner waren immer einen Schritt schneller und so trafen die Veilchen halt meistens statt dem Ball genau den Gegner. Dies musste vor allem Daniel Wolf büßen als Gansterer ihn knapp vor der Pause ohne Chance auf den Ball umsenste und dafür nur die gelbe Karte sah. Wolf musste verletzt ausscheiden und sofort ins Krankenhaus Mödling fahren.

Nach der Pause hatte Leuchtmann kurze Zeit sichtlich leichte Probleme im Flutlicht seine Mannschaftskollegen zu erkennen. Binnen einer Minute (48.) servierte er zuerst Dogan und dann Vujanovic einschussgerecht den Ball. Glück für ihn, dass beide über dieses Geschenk derart überrascht waren und klar vergaben. Aber Admira spielte vorerst da weiter, wo man aufgehört hatte. So konnte man relativ rasch über das 2:0 jubeln und wieder machte Torhüter Kuru eine alles andere als gute Figur. Er ließ einen harmlosen Schuss von Vishaj fallen und konnte auch den leichten Abstauber von Janko nicht bändigen. Als ihm dann noch ein eigener Mann im Weg stand reichte es Janko, sagte artig danke und drehte jubelnd ab – 2:0 (52.). Die Vorentscheidung schien gefallen, doch nun kam das Spiel der Admira plötzlich völlig außer Tritt.

Stand die Abwehr gut eine Stunde felsenfest und ließ keine gefährlichen Angriffe der Austrianer zu, geriet man plötzlich komplett ins Schwimmen. So bekam die Austria langsam aber sicher Oberwasser und startete eine sehenswerte Aufholjagd. In der 61. Minute zirkelte Gansterer eine Flanke zur Mitte und sowohl Krenn als auch seine Vorderleute sahen fasziniert zu, wie Letocha am langen Eck zum Anschlusstreffer einköpfelte. Und dieses Tor war nun die Initialzündung für ein Chancenfeuerwerk der Violetten. Alleine Vujanovic hätte es in der restlichen Spielzeit in der Hand (bzw. am Fuß) gehabt, einen klaren Sieg herauszuschießen. So war es fast schon eine Kunst den Ball nach einer wunderschönen Aktion über Mählich und Dogan aus fünf Meter am Tor vorbeizuschießen (63.). Letocha hatte kurz darauf den Ausgleich am Fuß als sein 30-Meter-Freistoß von Krenn gerade noch zur Ecke gedreht werden konnte (65.). Der Ausgleich war aber nur eine Frage der Zeit und in Minute 67 war es soweit. Wittmann konnte auf der linken Außenbahn seelenruhig eine Maßflanke zur Mitte zirkeln. Dort sprang Dogan zwar der Ball bei der Annahme etwas weg, da ihn aber keiner attackierte, ging er nach und netzte zum nun schon verdienten 2:2 ein.

Jetzt startete Admira ein Rückzugsgefecht um zumindest den einen Punkt ins Trockene zu bringen. Die wenigen Konter brachten nichts mehr ein, stattdessen starteten die Austrianer nach einer kurzen, schöpferischen Pause zu einem fulminanten Finish. Wieder war es Vujanovic, der für einen Treffer hätte sorgen können. Nach einem gelungenen Freistoßtrick von Mählich und Letocha stand er völlig frei vor Krenn. Der Torhüter reagierte aber rasch und konnte parieren (81.). Nach Zuspiel von Dogan, tankte sich der Austria-Stürmer zwei Minuten später durch und verfehlte knapp das lange Eck (83.). Als sich Admira in der Nachspielzeit schon allmählich in Sicherheit wiegen konnte, holte Austria doch noch zum entscheidenden K.O.-Schlag aus. Dogan nahm eine weite Flanke im Strafraum an und zog damit sämtliche Abwehrspieler auf sich. Dabei spitzelte er den Ball zum völlig freistehenden Dos Santos und dieser ließ sich diese Chance auf den Siegestreffer nicht entgehen – 2:3 (92.).

Fazit: Nach dem 2:0 sahen die Admira Amateure bereits wie die sicheren Sieger aus. Auf unerklärliche Weise stockte danach das Spiel der Mödlinger und Austria kam so ganz groß auf. Und auch wenn der Siegestreffer erst in der Nachspielzeit fiel, gehen die drei Punkte für die Gäste voll und ganz in Ordnung. Admiras Amateure verpassten so also den Sprung an die Tabellenspitze und die Austria Amateure sind nun wieder voll und ganz im Plansoll.

Stimmen:

Robert Hoffmann (Admira Amateure-Trainer):

Die Austria ist in der zweiten Halbzeit sehr aggressiv ans Werk gegangen, hat uns damit quasi die Schneid abgekauft. Da waren einige unschöne Szenen und brutale Fouls dabei. Dadurch haben wir uns einschüchtern lassen, haben das Spiel aus der Hand gegeben und schlussendlich nicht unverdient verloren. Wir sind nach dem 2:0 zu nachlässig geworden, haben die Räume zu weit offen gelassen und so den Austrianern viel zu viel Spielraum gegeben. So konnten sie sich entfalten und uns in die eigene Hälfte drängen. Es ist natürlich unglücklich wenn man erst in der Nachspielzeit eine Niederlage einfährt, aber der Sieg der Austria geht wohl in Ordnung.

Karl Daxbacher (Austria Amateure-Trainer): 

In der ersten Halbzeit haben wir uns nicht sehr gut präsentiert, sind durch einen „Mandl“-Treffer mit 0:1 in Rückstand geraten. Das Spiel war ausgeglichen, haben wir uns neutralisiert wie letztes Jahr. Das zweite Tor gehört leider auch unserem Tormann und so kam die Admira mit zwei Torchancen zu ebenso vielen Toren. Zweite Halbzeit ist der Admira dann scheinbar die Kraft ausgegangen. Für uns war es sehr gut, dass man Janko ausgetauscht hat. Dieser hat uns doch viele Probleme bereitet. Der Anschlusstreffer durch Letocha hat die Initialzündung zu der Aufholjagd gegeben. Am Ende war der Sieg sicherlich verdient, weil wir wirklich sehr, sehr viele Torchancen gehabt haben.

Man of the Match:

Mesut Dogan - den Ausgleich erzielt, den Siegestreffer vorbereitet und auf der rechten Außenbahn stets ein Gefahrenherd für die Viererkette der Mödlinger.

Die Aufstellungen

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