NORDEA ADMIRA AMATEURE - VIENNA 0-4

Vienna liess den Traum zerplatzen

Der Sturm der Admira Amateure auf die Tabellenführung wurde jäh gestoppt

Die jungen Fohlen der Admira hatten die Chance per Sieg mit 2 Toren Unterschied die Führung in der heurigen Ostliga zu übernehmen, aber die Döblinger hatten etwas dagegen und konnten einen in der Höhe zu hoch ausgefallenen Sieg landen. Wie kam es dazu? Nach starken Start der Vienna konnten die Amateure mit der Zeit mithalten, aber dann schlugen die Wiener noch vor der Pause mit dem 1:0 zu und nach dem Seitenwechsel, wo der Gastgeber anfangs agiler und aktiver wirkte, konnte Vienna den entscheidenden Faktor im Fußballsport umsetzen, denn sie schossen die Tore und so wurde es letztendlich eine hohe und bittere Niederlage für die Niederösterreicher.

500 Zuseher pilgerten am Sonntag Abend nach Mödling um den Run der Admira Amateure auf die Tabellenführung zu erleben und als Gast fungierte der älteste Verein Österreichs, der nicht gerade gut in die Meisterschaft gestartet war, aber mit dem glücklichen, aber nicht unverdienten Heimsieg gegen Parndorf aufhorchen ließ. 

Heimtrainer Baumeister veränderte sein Team nach dem 2:0 Auswärtssieg gegen Eisenstadt folgendermaßen: Osoinik, Androsic und Messinger durften sich von Beginn an beweisen, dafür mussten Dunst und Delic auf der Bank Platz nehmen und Fürthaler war gar nicht dabei.

Bei der Vienna musste Trainer Weiss nur den verletzten Ondrovic ersetzen und Jungspieler Sulzer übernahm daher zum wiederholten Male die Liberoposition.

Schiedsrichter der Begegnung war Zlatarits, der sich kleine Fehlpfiffe leistete und des öfteren von seinen Assistenten im Stich gelassen wurde, wobei bei den aberkannten Abseitstoren von Engleder und Hoffer die Fahne jedes Mal richtig hochgehalten wurde.

Anfangs wollten die Gäste den Elan aus dem ersten Heimspiel der Saison mitnehmen und drückten gleich aufs Tempo. Bereits in der fünften Minute war der Ball im Netz, doch der Treffer von Engleder wurde wegen Abseits anerkannt. Der Vienna-Spieler stand beim Schussversuch seines Mitspielers bereits zu nahe am gegnerischen Tor, bevor ein Verteidiger den Ball zu ihm abfälschte. Auch in der nächsten Aktion war der selbe Spieler involviert. Ein Freistoss gelangte zu Banovits doch sein Nachschuss wurde abgeblockt, aber die Möglichkeit war noch nicht beendet. Denn die Döblinger konnten von rechts eine Flanke in den Strafraum bringen und Engleder scheiterte an Keeper Knaller.

In der 10. Minute zeigte Pürk wie man einen schnellen Konter einleitete und brachte das Leder weit zu Engleder, der sich das Spielgerät stoppte und gleich darauf abzog, aber Knaller konnte abermals abwehren. Dann war es jedoch aus mit dem Schwung der Wiener und die Admiraner konnten mit Tormöglichkeiten aufwarten. Einen Eckball von der linken Seite von Leuchtmann verlängerte Androsic mit dem Kopf, aber ein Verteidiger konnte ebenfalls mit dem Kopf zur Ecke klären. Diesen Corner trat abermals Leuchtmann und die Abwehr rund um Torhüter Fuka konnte nur kurz klären. Jedoch Schachner verzog den Nachschuss und setzte den Ball links neben das Tor.

Etwas später kam das Spielgerät zu Hoffer, der in die Mitte zog, aber auch sein Schuss ging links daneben. Viel war nun aber der 18. Minute nicht mehr zu sehen in den Strafräumen, da beide Mannschaften die Bemühungen der Gegner bereits vorzeitig eindämmen konnten. Nennenswert und schön anzusehen war nur der Drehschuss von Pürk nach einem Freistoss, der aber sein Ziel auch verfehlte. Mehr als eine halbe Stunde war bereits gespielt, als es abermals einen Freistoss für die Döblinger gab. Zechners Hereingabe wurde nur leicht berührt und daher konnte Leuchtmann ohne großen Aufwand den Ball aus dem Gefahrenbereich befördern.

Auf der Gegenseite hatten die Niederösterreicher auch einen Freistoss, doch hier wurde nun deutlich vor Augen geführt wie man es nicht machen sollte, denn der Ball wurde abgefangen und der sich einmal in den Angriff eingeschaltete Sulzer lief rechts der Linie entlang und seine Maßflanke konnte Koller per Flachschuss im Tor unterbringen. Somit stand es 0:1 in der 37. Spielminute und die Ambitionen der Heimelf erlitten den ersten Dämpfer. Vom Rückstand konnten sie sich bis zur Pause nicht mehr richtig erholen und so kamen die Gäste noch zu ein paar Chancen.

Leitner nutzte einen Fehler des Gegners an der Toroutlinie aus und spitzelte den Ball zu Koller, doch dieser setzte den Schuss direkt auf Knaller an und der hatte damit natürlich keine Mühe. In der Nachspielzeit dann die beste Möglichkeit auf den Ausbau der Führung. Pürk setzte einen Freistoss in die Mauer, kam nochmals an den Ball und zog auf das Tor, jedoch Knaller konnte mit der ausgefahrenen Hand im Hineinrutschen retten, aber der Ball blieb heiß. Das Spielgerät gelangte auf der rechten Seite zu Mogyoro, der eine Flanke über alle Spieler im Strafraum zirkelte, da Pusic am langen Eck wartete und der Ball schaffte es genau zu ihm und der Vienna-Mittelfeldspieler köpfte auch gleich auf das Tor, aber er traf nur die linke Stange.

Daher ging es mit dem 0:1 in die Kabinen. Gästetrainer Weiss schien vorerst mit der Leistung seiner Mannen zufrieden zu sein, denn er sah sich nicht veranlasst zu wechseln. Bei Trainer Baumeister sah dies freilich etwas anders aus und so durfte (der Kapitän der ersten Spiele der Saison) Dunst zu seinem Einsatz kommen. Gramann bleib für ihn draußen. Dieser Wechsel schien sich anfangs auch bezahlt zu machen, da die Admiraner nun das Spiel diktierten und die Gäste aus der Bundeshauptstadt nur mehr dagegen hielten, jedoch viele Chancen aus dem Spiel heraus ergaben sich nicht, da die Abwehr immer wieder dazwischen funken konnte.

In dieser Spielphase anerkannte der Unparteiische zurecht einen Treffer von Hoffer wegen klarer Abseitsstellung. Doch da waren die ruhende Bälle der Amateure schon wesentlich gefährlicher. Nach einem Zweikampf von Zechner bei dem eigentlich er weggeschubst wurde, entschied der Referee auf Freistoss für die heimische Mannschaft. Zechner kassierte für die anschließende Kritik die gelbe Karte. Übrigens wurden nur 5 Karten in dieser Partie verteilt, die nur seltenst sehr hart geführt war. Szabo brachte das Leder zur Mitte und Messinger versuchte es per Hinterkopf, aber der Ball ging doch über die Latte.

Kaum darauf der nächste Freistoss für die Admiraner und die Hereingabe senkte sich genau auf das Haupt von Bozkurt, der den Kopfball gut antrug, aber etwas zu genau, denn er setzte den Ball genau auf die Oberkante der Latte und damit war auch die größte Ausgleichschance dahin. Vorsorglich wechselten die Döblinger nun Zechner aus und Darazs kam ins Spiel. Die Wiener zeigten kurz einmal auch, dass sie aus ruhenden Bällen gefährlich sein könnten, denn Banovits verzog den Kopfball nach einem Freistoss nur knapp neben das Tor. Dann waren wieder ein paar Austäusche angesagt. Zuerst kam Bjelovuk für Mogyoro und dann auf Seiten der Niederösterreicher Delic für Messinger.

Dazwischen gab es auch noch eine Möglichkeit für die Hausherren. Hoffer bekam das Spielgerät ziemlich zentral vor dem Strafraum zugespielt und zog auf links und ehe er zum Schuss ansetzte, kam Leuchtmann von hinten und zog direkt ab, aber nicht platziert genug und so brauchte sich Fuka nicht sonderlich anstrengen. Gleich darauf folgte ein Konter der Admiraner. Zwar wurde Hoffer abgeblockt, aber Dunst kam rechts an den Ball und dieser zog in die Mitte und er zielte auf das rechte Eck, aber zu schwach um Fuka bezwingen zu können. Dann waren aber die Wiener wieder am Werke und wie. Pürk bediente Darazs, der sich links entlang der Toroutlinie Richtung Tor etwas glücklich durchspielte und sein Schuss fand mittels Innenstange den Weg ins Netz (69.). War die Führung der Döblinger mittlerweile schon mit glücklich zu bezeichnen, so war dies wohl der K.O-Schlag für die jungen Fohlen, denn sie waren nun wirklich angeschlagen und konnten auch nicht mehr zusetzen.

Selbst die Einwechslung von Vishaj für Szabo konnte nichts mehr daran ändern, denn es schlichen sich immer mehr Fehler bei den Mannen von Baumeister ein. So auch in der nächsten Aktion, die das 0:3 einbrachte. Osoinik verlor unnötig den Ball an Pürk, der hinaus auf Darazs spielte und dessen Flanke verwertete Koller via Unterkante der Latte per Kopf (78.). Vienna kontrollierte nun das Match und spielte es eigentlich ziemlich ruhig nach Hause, denn die Niederösterreicher hatten sich mittlerweile mit der Niederlage abgefunden.

Kurz vor Schluss kam dann Marinkovic ins Spiel und dieser durfte sich auch noch ein Tor live auf dem Spielfeld ansehen. Durch das Nachsetzen der Angreifer geriet Osoinik am eigenen 16er so sehr unter Druck, dass er den Ball direkt für Bjelovuk auflegte und dieser aus rund 20 Metern das Leder unhaltbar ins Kreuzeck versenkte (90.). Die letzte Chance blieb aber den Amateuren vorbehalten. Delic köpfte nach einer Ecke über das Tor.

Nach rund 93 Minuten war aber endgültig Schluss und Schiedsrichter Zlatarits beendete seinen Arbeitstag und den der Akteure auf dem Rasen.

Fazit: In einer recht unterhaltsamen Ostliga-Begegnung konnten die Gäste dem Heimverein die Punkte entführen und auch den Traum der Tabellenführung nehmen, wobei das klare Ergebnis etwas trügt, denn die Niederösterreicher konnten über lange Strecken mithalten – phasenweise waren sie sogar die aktivere Elf - und hatten auch ihre Großchancen. Am Ende gab man sich jedoch dem Schicksal hin und lt. Trainer Baumeister war es vielleicht ein Rückschlag zur rechten Zeit. Nächste Woche muss man ins Burgenland zum 14. der Tabelle SC Ritzing. Die neue Mannschaft der Vienna scheint sich nun gefunden zu haben und ob dies stimmt wird sich nächste Woche im Derby gegen die derzeit beste Wiener Mannschaft PSV Team für Wien herausstellen. 

Man of the Match:

ROMAN KOLLER - unumgänglich als Doppelpacktorschütze, auch wenn andere Spieler starke Leistungen geboten haben 

Die technischen Daten:

Nordea Admira Amateure: M. Knaller - Panny, Gramann (46. Dunst), Androsic, Szabo (76. Vishaj) - Osoinik, Messinger (68. Delic), Schachner, Leuchtmann - Bozkurt, Hoffer

First Vienna FC 1894: Fuka - Sulzer - Banovits, Dietrich - Mogyoro (65. Bjelovuk), Leitner, Zechner (57. Darasz), Pürk, Pusic - Engleder, Koller (89. Marinkovic)

Torfolge: 0-1 Koller (37.), 0-2 Darasz (69.), 0-3 Koller (78.), 0-4 Bjelovuk (90.)

Gelbe Karten: Schachner, Androsic  bzw. Banovits, Zechner, Leitner

SR Zlatarits, 500 Zuschauer

Linktipp: ostliga.at

© MartinW